Konfiguration/Programme installieren/Paketmanagement/Paketquellen

Inhaltsverzeichnis

Einleitung

Grundsätzlich sind nach der Installation von Kubuntu die Paketquellen schon passend für den Standardumfang vorkonfiguriert. Möchte man allerdings Programme installieren, die darüber hinaus gehen, muss man neue Paketquellen zu /etc/apt/sources.list hinzufügen.

Architekturen

Kubuntu wird offiziell für die Architekturen i386 und amd64 angeboten, wobei man für die Anpassung der Paketquellen vernachlässigen kann, welche Architektur man nutzt, denn Kubuntu wird automatisch die passenden Repos nutzen. Weiterführende Hinweise, für welche Architektur man sich bei der Installation entscheiden sollte, bietet die Download FAQ

Unterteilung der Paketquellen

Kubuntu unterteilt sein Repo in Main, Restricted, Universe und Multiverse. Weiter gibt es die Unterteilung in Updates, Security, Backports, Proposed und das Canonical Partner Repo.

  • Main und Restricted: Die Pakete in main stehen unter einer mit Kubuntu kompatiblen Lizenz. In restricted sind Pakete zu finden, die von Kubuntu wegen ihrer Bedeutung wie Pakete in Main behandelt werden, aber nicht unter eine geeignete Lizenz fallen. Für obige Pakete garantiert Kubuntu rechtzeitige Sicherheitsaktualsierungen.
  • Universe und Multiverse: Die Universe Paketquelle wird von den MOTUs (Masters of the universe) verwaltet und beinhaltet Pakete, die zwar frei sind, aber nicht vom Kernentwicklungsteam gepflegt werden. Multiverse stellt Software zur Verfügung, die lizenzrechtliche Besonderheiten aufweist
  • Security: Durch diese Quelle werden sicherheitsrelevante Updates schnell zur Verfügung gestellt.
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Diese Quelle sollte auf jeden Fall in Ihrer Konfiguration vorhanden sein.

  • Updates, Proposed und Backports: In dieser Quelle sind Updates, die nach dem Erscheinen der finalen Kubuntu-Version veröffentlicht werden, verfügbar. Proposed beinhaltet Pakete, die vor dem Einfließen als Update in eine aktuelle Kubuntu Version getestet werden sollen. Als Updates werden nur Verbesserungen und Fehlerkorrekturen der jeweiligen Programmversion, die in der eingesetzten Kubuntu Variante vorhanden sind, zur Verfügung gestellt.
    Backports dagegen sind neue Versionen von Programmen, die aus der jeweils nächsten Kubuntu Version zurückportiert wurden.
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Die Proposed Quelle sollte auf keinen Fall auf Produktivsystemen freigeschaltet sein.

  • Canonical Partner: Durch die "Canonical Partner" Paketquelle stellt Canonical kommerzielle Software, wie z. B. Opera zur Verfügung. Streng genommen ist dies keine Ubuntu Paketquelle, sie ist allerdings schon in der vorkonfigurierten Liste der Paketquellen vorhanden.

GPG-Schlüssel

Pakete aus vertrauenswürdigen Repos werden mit einem GPG-Schlüssel signiert. Durch diese Signierung kann sichergestellt werden, dass die Pakete tatsächlich von einer bestimmten Quelle kommen und nicht verändert wurden. Damit die Signatur geprüft werden kann, muss der Schlüssel zum Schlüsselbund der Paketverwaltung hinzugefügt werden. Nähere Informationen bieten die Beispiele vertrauenswürdiger Paketquellen am Ende dieses Artikels. Die Schlüssel für die offiziellen Ubuntu Repos sind bereits vorhanden und müssen nicht manuell hinzugefügt werden.

Paketquellen hinzufügen

Paketquellen können grafisch mit Adept oder aber auf der Konsole hinzugefügt werden. Die grafische Variante erklärt der Artikel Adept. Wählt man die Konsole, muss man die Datei /etc/apt/sources.list mit Root rechten bearbeiten.

vertrauenswürdige Quellen

Kubuntu PPAs

Kubuntu ist Ubuntu sehr ähnlich. Es gibt viele Gründe für Kubuntu PPAs.

  • Neue Software, welche nicht in den Standard-Repositorien liegt
  • KDE veröffentlicht neue Software, die coole neue Features und Bugfixes beinhaltet
  • Diese neuen Pakete benötigen Tests bevor sie in Ubuntu’s Backports landen
  • Viele Kubuntu-Nutzer lieben es, die neuste und beste Software zur Verfügung zu haben

Kubuntu Updates

Hier findet man Updates für Kubuntu.

Benutzer erhalten die Möglichkeit sogenannte Minor oder Punkt Veröffentlichungen zu erhalten. Beispielsweise ermöglichte diese Quelle Karmic-Nutzern von KDE SC 4.3.2 auf 4.3.5 zu updaten.

Kubuntu Backports

Hier bekommt man neue Hauptversionen von Programmen

Beispielsweise erhielt damit der Karmic-Nutzer die Möglichkeit von KDE SC 4.3.x auf 4.4.x zu updaten.

Kubuntu Beta Backports

In diesem PPA erhält man Entwicklerversionen von KDE Programmen.

Beispielsweise war die Beta von Amarok 2.3 hier zu finden.

Kubuntu Experimental und Kubuntu Package Staging

Diese PPAs sollten nicht in ein System eingebunden werden, denn sie dienen nur dem Bauen und Testen ob ein Paket funktioniert, bevor es in ein anderes PPA verschoben wird.