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Team:Redaktion/Nachrichten/KOffice Entwicklertreffen

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  • Status:Veröffentlicht
  • Geplante Veröffentlichung: 14/15.11.08

Inhaltsverzeichnis

Quellen

KOffice Entwicklertreffen 2008

Am Wochenende des 08. und 09. November 2008 fand zu Berlin in den Räumen von KDAB das Entwicklertreffen von KOffice statt. An der Veranstaltung nahmen die Entwickler und Mitarbeiter von KOffice teil, aber auch Franziska Tenzer (doilgheas) von kubuntu-de.org war am Sonntag vor Ort, um sich ein Bild zu machen und hinter die Kulissen zu blicken.

KOffice ist eine freie Office-Suite im Rahmen des KDE-Projektes und ist bislang in der Version 1.6 für KDE 3 erschienen. Nach über 2 Jahren Entwicklungsarbeit an der neuen und aufpolierten Version steht das 2.0 Release bevor, welches dem KDE 4 Desktop eine eigene Office-Lösung bietet. In diesem Artikel berichten wir über die Ergebnisse der beiden Tage mitsamt den Eindrücken von Franzsika Tenzer.

Samstag: Auftakt, Usability und Release

Der Auftaktrede von Inge Wallin um 9 Uhr morgens folgte die Aufteilung in Entwickler- und Marketinggruppe. Der Schwerpunkt bei den Entwicklern lag bei einer Prüfung der Benutzerfreundlichkeits der Bedienoberfläche der einzelnen Anwendungen unter beisein von Ellen Reitmeyer, Mitglied des KDE Usability Teams und openusability.org. Einzelne Aspekte wurden ausgiebig diskutiert ─ mitsamt ausgeprägter Meinungsverschiedenheiten und Übereinstimmungen ─ als auch eine Richtlinie entworfen um gewisse Problemstellen zu verbessern. Das Aussehen der einzelnen Programme wird immer einheitlicher, was eine konsistente Nutzerfahrung ermöglicht. Der Fokus rückt jedoch nunmehr auf die Kernelemente.

Die Marketinggruppe führte derweil eine SWOT-Analyse (Strenghts: Stärken, Weaknesses: Schwächen, Opportunities: Chancen, Threats: Bedrohungen) durch und bereitete die Release-Bekanntmachung vor. Es wurde unter anderem diskutiert wann das nächste Release veröffentlicht werden soll und welche Anwendungen Teil dieser Freigabe sein sollen. Zwar konnte dies nicht durchgängig geklärt werden, da einige Entwickler fehlten, allerdings wurde festgestellt: KOffice 2.0 wird voraussichtlich im Februar 2009 erscheinen.

Zum Release werden dabei nur die Applikationen gehören, die "rock solid" sind, also robust und ohne Abstürze. In Einzelfällen werden dabei einige Funktionen herausgenommen, die diesem Anspruch nicht genügen. Diese Anwendungen sollen im 2.1 Release herausgegeben werden. Dazu gehört beispielsweise die Unterstützung von Tabellen in der Textverarbeitung KWord. Wahrscheinlich wird es bei mehreren Funktionen der Bildbearbeitung Krita ebenso der Fall sein, möglichweise auch bei der Präsentationsanwendung KPresenter. Dagegen sind die Vektorgrafikanwendung Karbon und die Projektplanung KPlato bereits in einem ausgereiften Zustand. Bei Kexi, wo weite Teile neu geschrieben werden mussten, Kivio und KSpread gibt es derweil noch einige größere Herausforderungen. Die entgültige Entscheidung wird Mitte Januar gefällt.

Sonntag: Web, Tests und Ausklang

Dieser Tag begann mit einem Vortrag von Alexandra Leisse, welche die strategische Ausrichtung der KOffice-Webseite vorstellte. Diese soll einen stärkeren Fokus auf die Community haben, möglicherweise gar als Vorreiterrolle für KDE. Dabei können beispielsweise soziale Netzwerke (z.B. Facebook), (Micro-)Blogs, Beiträge oder sonstige geeignete Webservices mit einbezogen werden. Überraschend demonstrierte Jarosław Staniek einen profesionellen, auf einem Wiki basierenden Webauftritt für Kexi, der nun aller Voraussicht nach als Ausgangsbasis verwendet werden wird. Darüber hinaus präsentierte Alexandra Leisse eine herausgearbeitete Vision für das KOffice-Projekt vor.

Nach jener Marketing-Diskussion hielt Thomas Zander einen Vortrag über Testmethoden. Darauf folgten weitere Entwicklersitzungen und sehr technisch geprägte Diskussionen. Bei letzteren lag ein Schwerpunkt auf Krita, inbesondere bezüglich der Vorlagen, sowie dem Aussehen und dem Umfang Bedienoberfläche.

Die Tage wurden als positiv wie produktiv bewertet. Es ist weiterhin jede Menge zu tun, die Arbeit macht dem Team weiterhin Spaß und auch der Blick in die Zukunft ist heiter. Insbesondere auf die entwickelte Architektur, die außergewöhnliche Dinge möglich machen soll, ist man überaus stolz. Nichtsdestotrotz freuen sich die KOffice-Entwickler über neue potentielle Mitarbeiter.

Über die Codebasis

Der Code von KOffice bzw. der einzelnen Anwendungen ist überaus modular gehalten und die Architektur ist darauf ausgelegt, verschiedene Teile in verschiedenen Anwendungen verwenden zu können. Beispielsweise ist Krita mit der Textverarbeitung, der Tabellenkalkulation und auch der Präsentation voll integriert. Die saubere und bedachte Gestaltung des Codes ist daher nicht nur ein sehr guter Einstieg für den einzelnen Entwickler um KOffice um spezielle Anforderungen zu erweitern, sondern besonders auch für Unternehmen interessant, die individuelle Office-Lösungen benötigen. Mit der gegebenen Architektur ist es möglich, sich ganz auf neue Fähigkeiten zu fokussieren ohne sich um die Basiskomponenten kümmern zu müssen.